Aufmarsch

Gyroir Meroun
10. März 2009 • Kommentare: 0

Mein erstes Kommando ist vollzogen. Damares ist wieder da. Den Sturm werde ich also nicht leiten müssen. Gut so. Es hätte der Sache nicht genützt. Damares wird es besser können. Dennoch war es gut, die Klingen einmal führen zu können. Sie waren folgsamer, als ich es erwartet hatte. Gute Männer – und Frauen. Die kleinen Streitigkeiten um die Betten – eher eine Nebensache. Ich werde ohnehin ohne eines auskommen. Man muss ihnen nicht gleich alles zumuten. Vieles werden sie früh genug kennen lernen.

Unser Plan ist riskant, aber nicht zu überheblich. Ganz tarnen können wir uns nicht und wir haben den Krieg in der ganzen Stadt als Deckung. Angriffe sind an der Tagesordnung. Dass wir hinzukommen wird nicht auffallen. Sobald wir uns aber offenbaren, werden wir schnell sein müssen, sehr schnell. Sobald klar ist, dass dies ein besonderer Angriff ist und wir uns weiter vorarbeiten als die Waldläufer, werden sie auf uns aufmerksam werden. Wir stochern dort in einem Hornissennest herum.

Wichtig ist, dass wir uns keine Angst machen lassen und die ganze Zeit geordnet vorgehen. Dass werden wir unseren Feinden voraus haben. Jedenfalls in dieser Situation. Aber ich verschließe die Augen nicht. Ich sehe, dass wir dabei sehr leicht sterben können. Darauf zu vertrauen, dass der Feind träge und blind ist, ist immer riskant. Aber ich fühle mich nicht unwohl dabei. Ich will nicht sterben. Aber es ist nichts neues, dass es mir passieren kann.

Wir haben den bestmöglichen Plan und ich bin mir klar, dass ich nicht für irgendeinen Auftraggeber kämpfe sondern für uns selbst. Ein gutes Gefühl. Es gibt dem ganzen eine Art Sinn. Ich habe wohl die ganze Zeit über dieses Gefühl vermisst. Wir haben zu wenige Schlachten geschlagen. Jedenfalls für mich. Kaum Worte, viele Taten. Keine komplizierte Politik, kein großes Fühlen und Sehnen. Ich und mein Feind. Stahl. Holz. Knochen. Fleisch.

Ich habe diese Klarheit vermisst. Es gibt nichts einfachereres. Es gibt nichts natürlicheres. So hat das ganze seine Ordnung. Wenn ich darin untergehe, wird es mich nicht kümmern. Ich weiß, dass es richtig war. Und ich weiß, dass jeder meiner Brüder und Schwestern für mich genau so sterben und dabei ebenso denken würde.

Wir sind Klingen.

Uns ist der Zorn.

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