Ein guter Tag. Ein sehr, sehr guter Tag, gestern.
Von Giselhers neuem Leutnant habe ich noch nicht all zu sehr viel gesehen. Aber was ich sah bestätigt, dass mein Bruder eine gute Wahl traf. Ich bin gespannt zu sehen, wie sich der Mann so macht. Und kaum ist dieser Mann aufgetaucht, reagiert Giselher seltsam. Er hat mich gestern unter Zeugen mit du angesprochen… Keine Ahnung weswegen. Vielleicht war er etwas abgelenkt, immerhin stand Laerien nicht all zu weit weg. Zurechtweisen wollte ich ihn nicht. Nicht vor versammelter Mannschaft. Nicht Giselher. Dennoch bleibt die Sache an sich sehr verwunderlich.
Außerdem bekam ich Adelante zurück. Besser, neu. Denn, da Salas selbst nicht mehr zu beerdigen ist, wäre es vielleicht das Beste seine Klinge zu nehmen. Der Name wird allerdings nicht vergehen. Ich ließ ein Schwert schmieden und auch dieses auf eben genau diesen Namen taufen. Bisher habe ich es aber noch nicht gewagt die Klinge zu tragen, auch wenn der mir fremde Schmied meisterhafte Arbeit geleistet hat, die zweifelsfrei ihres Gleichen sucht. Sie ist perfekt ausballanciert – und das, obwohl mich der Mann nicht kennen kann. Ein Schwert wie dieses habe ich noch nie geführt.
Wichtiger jedoch war die Ernennung des neuen Waffenmeisters. Finariaen, einer von Giselhers Eidmännern, wird diese Aufgabe von nun an übernehmen. Allerdings musste er dafür im Zweikampf gegen mich antreten. Für einen Einäugigen hat er sich wirklich sehr gut gehalten. Erschreckend gut sogar. Leider wurde seine Hand etwas in Mitleidenschaft gezogen. Und noch bedauerlicher ist, dass die Stallmagd weit und breit nicht zu sehen war. Finariaen erzählte mir von seinen Gefühlen für sie. Zu schade, dass sie nicht zugegen war ihm die Hand zu pflegen. Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass er auch weiterhin gute Arbeit leisten wird. Ich glaube, er ist, neben Zarroc, der erste Mann, auf den Giselher tatsächlich aufrichtig stolz ist. Mir ist noch keine Verfehlung des Mannes bekannt.
Und wieviel süßer dann also Sybells Lohn nach einem Sieg… Dieses Duell hätte so oder so sein müssen, immerhin wird sich eine Position in diesem Haus mit Blut erkauft. Aber ihr Lächeln allein wäre jedes andere Duell ebenfalls wert gewesen.
Es wird Zeit, dass ich Giselher und seinen Knappen an eine weitere Sache der Rittertugenden erinnere. Um die Gunst einer Frau zu kämpfen. Das sollte sehr amüsant werden. Aber besser, sie gewöhnen sich jetzt daran.
Bei den Valar, ich weiß nicht, ob es der Wein ist oder ihr Lächeln, das mir immernoch im Nacken sitzt. Als hätte ich durch Nächte hindurch gezecht. Eine wohlige Wärme, einhergehend mit dem Schmerz eines Mangels. Mehr trinken sollte ich. Oder zurück nach Hause ins Bett. Das wird aber wohl noch einen Moment warten müssen.
Jaja, sehr amüsant… ihgitt ist der Fürst fies! 😀