Ruhig streift der Blick der Klinge durch den Schankraum, weitgehend desinteressiert und von einer deutlichen Müdigkeit.
Er wandert von regennassen Gestalten, kaum erkennbar ob benetzt von jenem andauernden Wetter oder dem Inhalt der meist leeren Bierkrüge vor ihnen, über die fast zahnlose Schönheit von vielleicht siebzehn Jahren an der auf Fässer gelegten Holzbohle, welche wohl einen Tresen in jenem düsteren Etablissement darstellen soll, bis zuletzt zu einem Aufgang, wohl in Richtung einiger Zimmer weisend.
Langsam erhebt Nimrothir sich, sein Gang wirkt müde doch kaum alkoholisiert, einen suchenden Ausdruck nimmt sein Blick nun an als er seine Schritte in Richtung der Zimmer wendet.
Fast als müssten seine Füße ihren Tritt auf dem von allerlei Körperflüssigkeit, Bier und schwerlich identifizierbarem benetzten, irdenen Boden erst einmal finden, bleiben die Schritte der kettenbewehrten Lederstiefel langsam, fast vorsichtig, als er nach kurzer Stiege eine von groben Planken gezimmerte Tür eines Zimmers in jener Herberge mitten im Nirgendwo aufschiebt, im Augenwinkel einige Gestalten – wohl trunken – am anderen Ende des Ganges kurz realisierend.
Mit leisem Scharren folgt die Türe dem Druck Nimrothirs Hand, was er seinerseits mit einem missbilligenden Murmeln quittiert – wohl ob des fehlenden Widerstandes eines Schlosses.
„Hrisskar, ihr als Kutscher solltet doch solche Orte kennen, und wissen… dass ihr die Türe abschließen solltet, wenn ich es Euch heiße. Hier streunt allerlei Gesocks herum, dass Euch liebend gern um meine Silberlinge erleichtern würde…“
Keine Antwort von dem Strohlager, besser gesagt der bärtigen Gestalt des Kutschers erhaltend, seufzt Nimrothir leise und senkt von bleierner Müdigkeit für einen Moment den Blick.
„Kutscher, tut mir den Gefallen und erhebt Euch – und macht das Fuhrwerk bereit, ich möchte weiter… und in diesem Mond noch ankommen. […]“
Mit leisem, fast belustigt erschöpften Seufzen wendet er sich einer Schale auf dem grob gezimmerten Nachttisch des Kutschers zu, in welcher einige Früchte in grobem Brot gebettet liegen. Nachdenklich schiebt sich die Klinge eine Traube zwischen die Lippen und lässt sich betont deutlich neben die regungslose Gestalt auf die Strohmatratze fallen, woraufhin der Liegende sich – wohl ob des Gewichtes der Klinge – ein wenig bewegt, womöglich erwachend.
Jedoch schweigt das schmutzige Bündel zu Füßen des Bewaffneten weiterhin, das Schweigen welches nun den Raum erfüllt ist von selbiger Schwärze wie der Waffenrock der Klinge. Ein Schweigen, welches nur von den Geräuschen der Herbergsgäste und dem regelmäßigen Atmen Nimrothirs unterbrochen wird.
Nun wohl ein wenig ungeduldiger, jedoch mit ironischem Lächeln im Gesichte legt Nimrothir eine Hand an die Schulter des Kutschers, rüttelt ihn erst sanft, dann heftiger und dreht den Schlafenden auf den Rücken.
„Mein Bester…?“
Das hässliche, pervertierte Plagiat eines Grinsens gähnt Nimrothir aus dem Zusammenspiel von zerschmettertem Kiefer und von grobem Messer zugefügten Riss von Wange zu Wange durch Haut und Fleisch der Kehle des Kutschers entgegen.
Seine Klinge aus der Scheide reißend erhebt sich der Bewaffnete, wobei sein Aufspringen den Arm des Kutschers kurz anhebt und der Unterarm über den Bettrand hervorragt, bis dieser ohne ein Geräusch abknickt und als sei dort zwischen Ellenbogen und Hand im Knochen des Armes ein weiteres Gelenk entstanden, an die Seite des Bettes schlägt.
Angewidert doch gespannt, lässt Nimrothir seinen Blick über den leeren Körper schweifen, bei genauerem Hinsehen und nach dem Gewöhnen der Augen an die Dunkelheit das Bild des unsauberen Kampfes besser erkennend – die Arbeit eines, wahrscheinlich mehrerer Betrunkener, „unprofessionell“ und ohne jeden Sinn außerhalb von den Silberlingen in dem Beutel des Kutschers – sowie dessen Reiseunfähigkeit, womöglich.
Ein Blick in die Tasche des noch immer auf der Bettstatt Liegenden bestätigt den durch den unschönen Anblick der geschundenen Gestalt ohnehin vermittelten Verdacht, wobei der nicht vorhandene Geldbeutel im Einklang mit dem fehlenden schnarchenden Atem Hrisskars dem Stehenden einen leisen Fluch entlockt.
Die Klinge schließt die Türe, legt den intakten Riegel vor und lässt sich auf einem Schemel nieder, beginnt zu schreiben.
Vollkommener Idiot – ich heiße ihn die Türe abzuschließen, der Wirt warnt uns vor jenem betrunkenen Gesocks und er… unterlässt es in vollkommener Dummheit. Ich habe gute Lust ihn so liegen zu lassen. Nein, Unsinn, ich muss dem Wirt bescheid geben. Ist es von Nöten dies als drohenden Schatten über meinem Wege anzuerkennen? Wohl kaum, Betrunkene, von Habgier fast erfüllter als von billigem Wein. Nur – fast muss ich über mich selbst lachen – habe ich wenig Lust, da ich kaum auf ihn warten kann, meine Reise als mein eigener Kutscher fortzusetzen. Und fortsetzen muss ich sie, da wird mir, auch wenn er mir unangebrachter Weise Leid tut, auch jener Idiot von Bauerntrottel nicht reinreden. Ich werde seiner „Hülle“ ein wenig an Silber dalassen, bei der Menge an Met die er zu sich nahm wird er kaum Schmerzen gehabt haben – zynischer Steppenwolf auf Reisen, hm? Bah…
Sich erhebend, zählt Nimrothir an die dreißig Silberlinge aus seinem Beutel und schiebt sie dem Toten in die unverletzte, doch nunmehr erkaltete Rechte, verlässt mit Eile den Raum, einige Worte, wohl auf jenen Kutscher hinweisend, sowie einige Silberlinge und die Aussicht auf weitere bei Stillschweigen und einer Beerdigung bei dem Barmädchen zurücklassend.
Müden doch raschen Schrittes verlässt er die Herberge, hält einen Moment auf dem verregneten Hof inne, wohl ein wenig Ruhe in dem Fallenden Meer an Regen suchend.
Eine leise, andeutungsweise spöttische, sowie vorsichtige Stimme erklingt hinter ihm, wobei käferschwarze Augen zwischen blondem Haar seinem Blick auf das Fuhrwerk folgen.
„Verzeiht mein Herr, ich konnte nicht umhin Euer Gespräch mit der Wirtin über das in den Zimmern geschehene Malheur zu verfolgen, oder anders gesagt… Du benötigst einen Kutscher… mein Bruder?“
Das ist etwas was mich fuchst… ich kann nicht spannend schreiben :/
Nuja, die eigentliche Frage war… das muss nicht in den FSK-Bereich, oder?
*wink von weit wech* 😉
Äh – nein, ich denke das geht noch. Irgendwie. Wobei ich da auf Lynnes Kommentar warte, die weiß das besser als ich.
Und Sethur ist ihm nach? o.O Krass!
Sherlock Alejandro fragt: Wo ist nur all das Blut? *g*
ooc: Den ersten Kommentar von Nim würde ich glatt ignorieren. Debb ich finde seine Blogeinträge auch kein bisschen spannend. Sie sind so unspannend, dass sie auf der Startseite ohnehin nichts verloren haben. Doch, es sollte in den FSK-Bereich, wie ich finde. Warum? Für den guten Geschmack, wenn sie jemand unter 16 Jahren hierher verirrt, und nichts ahnend deine langweilige Geschichte liest… *kringelt sich vergnügt und stubst Nim an die Stirn* Nicht spannend schreiben!? Bei dir piept’s wohl!
*rot werd und leise glucks, dann grinsend den Kopf an Lynnes Schulter leg* … *leise ein gerührtes „Danke“ fieps* 😉
Ähem, jap, Sethur ist ihm nach – ich konnte es nicht lassen, ihn einzubauen, nachdem du kommentiert hattest es hätte Seth sein können 😉
Und das Blut… *hust* also… *hust* Das… hab ich nicht vergessen, nein! Ah, mist… doch. *g*
Nim deine Sätze zu lesen erfordert verdammt viel Luft .. aber ich mag das ^^ vielen dank für dies*knuddel*
Das stimmt, Cony – laaange Sätze, wie sie einst auch Thomas Mann erfand, dessen Romane zu lesen auch einiges an Durchhaltevermögen erfordert, wobei an dieser Stelle nicht gesagt sein soll, dass dessen Werke nicht lesenswert wären, auch wenn die Kommentatorin dieser Zeilen beschämt eingestehen muss, dass sie noch nie bis zum Schlußpunkt eines dieser im Umfang reichen Wälzer weiterzulesen imstande war, sondern ein ums andere Mal das jeweilige Buch unverrichteter Dinge beiseite legen musste, wohl wissend, dass dadurch eine Bildungslücke entstand, die zu füllen irgendwann das Ziel sein sollte… 😉
Aber Nim – Deinen Blog mag ich trotzdem, und ich habe ihn auch bis zum Schluß gelesen. Und ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht! 🙂
ooc: *Nim sich sich leicht wegdrück und betont unbeteiligt murmel* Schon gut… Ist ja nicht so, als hätte ich was anderes schreiben können. Lässt einem ja keine andere Wahl. *grinst dann doch* Aber das mit FSK 16 war mein Ernst…
Hilfe, Thomas Mann verfolgt mich in fast jedem geschreibsel seit… immer? *g*