Ich bin. Ich darf sein, und kenne meine Wurzeln. Die Schrift ist unruhig und doch leserlich. Immer wieder abgebrochen und neu begonnen zeigt sie, wie aufgeregt die Schreiberin war.
Mein Liebling, mein Sohn
Ich bin wer, ich kenne meine Wurzeln. Ich weiss was passiert ist.
Doch fangen wir vorne an.
Ruhig und nachdenklich sitze ich im Pony und lese in deinem Tagebuch. So lasse ich Revue passieren was bis jetzt geschehen ist.
Ein Hauch, ein Kuss- Ich lächelte und strich über seine Wange. Er war wieder da und hüllte mich ein mit seiner Liebe. Er wolle mir etwas zeigen, sagte er, und ich folgte ihm. Wir ritten durch die halbe Nacht. An dem Platz angekommen sah er mich nachdenklich an. Irgendwas wühlte in ihm.
Nachdenklich setzen wir uns und lassen die Nacht auf uns wirken. Leise begann er zu sprechen. Erzählte mir, weshalb er so lange nicht da war. Er hat sich umgehört und nachgeforscht. Er erzählt von einem Elben, Eredion und einer Menschenfrau die sich liebten. Sie wurden gejagt und verfolgt. Beide Völker haben die Beziehung verboten. Die Menschen jagten sie gar. In aller Einsamkeit wohnten sie eine kleine Zeit ruhig und in scheinbarem Frieden. So verliess Eredion seine Frau um wichtige Dinge zu erledigen.
Er war lange fort und als er wiederkam, roch er schon von weitem das Feuer. Böses ahnend lief er schneller und stockte als er die johlenden Stimmen hörte. So verbarg er sich und schlich in einem grösseren Kreis zu seinem Haus. Trauer und Verzweiflung ergriff ihn. Es war niedergebrannt. Nur noch Restflammen schlugen aus der Ruine. Eredion spürte das sie nicht mehr lebt und wandte sich verbittert ab. Er wählte den Weg nach Westen, nur weit weg von allem. was er nicht wusste, war das das Kind lebte und von einer Frau gerettet wurde. Sie zog mit dem Kind eine Zeit durch die Gegend und als sie nicht mehr wusste was tun, setzte sie es in einer Ruine ab. Dort wurde sie von einer Familie gefunden und aufgezogen.
Ich war starr vor Schreck und begriff nur langsam was er da sagte. Ich war dieses Kind. Ich hatte einen Namen. Ich habe Wurzeln.
Ich habe geweint. Lange und viel. Geweint um meine Mutter um das Leid meines Vaters und um jenen Schmerz.
Er nahm mich in den Arm, strich mir das Haar aus dem verweinten Gesicht, und sah mich lange an.
Der Morgen erwachte, ich sah in die Ferne. In dem Moment wo der Morgen von der Nacht wachgeküsst wurde und sich zart errötend erhob, hielt er mich im Arm.
Ruhig nannte er fragend meinen Namen, und als ich nickte sprach er: Willst du meine Frau werden?
Ja, natürlich will ich das… ja, denn du bist doch das was mir fehlte. Ich wollte es hinausschreien, doch ich nickte nur. Er nahm meine Hand und steckte mir einen Ring an. In dem Morgenlicht, welches gerade zart aufflammte und jenen Zauber entstehen liess der diesen Moment perfektionierte, betrachtete ich den Ring. Ein halber Siegelring besetzt mit Adamanten. Schweigend liessen wir den Morgen an Kraft gewinnen, betrachteten das Farbenspiel und genossen die Laute der Natur. Leise und ruhig fragte er mich ob ich wissen will, wer er sei.
Seinen elbischen Namen wusste ich ja schon, doch nun erfuhr ich den Namen den ihm die Menschen gaben … und woher er kam. Wächter war er, dem Truchsess und Gondors Erben verpflichtet. Lange war seine Familie schon Wächter des Erben. Dieser Ring war das Zeichen dafür. Zusammengefügt ergaben die Ringe ein Siegel, doch nun trug ich den einen Teil und er den anderen. Die Sonne stand schon hoch, mein Sohn, als wir dann gingen.
Zuhause angekommen, habe ich erfahren wie genussvoll essen sein kann, und wie es ist die Süsse und Saftigkeit einer Frucht, verbunden mit einem Kuss, in Sinnlichkeit zu verbinden. Wie der Saft einer Beere, wenn er die Zungen in einem leidenschaftlichen Kuss umspielt, jene sinnliche Erregung erzeugt die einen vergessen lässt. Wie auch andere Früchte im Rausch der Sinnlichkeit genossen, jenen Schmerz erzeugen, der die Sehnsucht nach Einigkeit erfüllt. Verbunden sein, eins sein, untrennbar. Er schickte mich auf eine Reise der Sinnlichkeit, liess mich erfahren, wer ich bin und wer ich sin will.
Erst dann, gingen wir zu Bett.
Ein neuer Tag, ein neues Leben beginnt.
Komm mein Sohn, wir haben zu tun.
Na also, geht doch. 😀
schön geschrieben 🙂
ich fänds übrigends ziemlich lustig…. wenn ihr Sohn plötzlich ne Tochter wird *g*
nee nee ist ein Sohn, aber selbst wenn … na und?
Schön geschrieben du 🙂
*patpat* so ist es gut. *schmunzelt*