So vieles passiert hier, vieles kommt und manches geht.

Ich weiß noch nicht ob es gut ist.  Ich schaffe es inzwischen meist meine Angst zu verbergen. Ich habe Angst meine Angst zu zeigen. Manches mal schaffe ich es auch einfach keine Angst zu haben. Vielleicht ist es Niphri die mir halt gibt. Heridan hat sie gut versorgt. Er versorgt immer alle nur sich selbst nicht. Dabei spürt man förmlich so manches mal diese leere in ihm. Dieses Gefühl das in ihm etwas ist aber doch nicht. Ein Tunnel dessen Ende man nicht sehen kann, ein schwarzes Loch. Ich mag ihn, auch wenn ihn das erschreckt, vielleicht ungewohnt ist. Er geht neben dem Weg und räumt für andere Steine auf die Seite ohne darauf zu achten wie er selbst über Steine am Wegrand fällt und sich die Knie blutig schlägt. Er will helfen ohne sich helfen zu lassen. Ich weiß nicht wie. Ich laufe hinter ihm her doch er sieht sich nicht um und hält inne.

Gesellschafterin des Hauses, ich bin nicht mehr nur die Magd, nein ich bin nun Freiin Cwenwesc von Tarlang Gesellschafterin des Hauses Minas Faer. Ob Vater stolz auf mich ist wenn er das erfährt?

Nun muss ich mir Gedanken machen. Gedanken zu Personen in diesem Haushalt. 

*Cwenwesc sieht sich vorsichtig um das ihr auch niemand zusieht, heimlichst nimmt sie das komisch anmutende Stoffbündel unter dem Bett hervor, ebenso wie das kleine Holzkästchen aus dem sie Niphri befreit. Leise schleicht sie hinaus ins dunkle und hinter das Haus zu dem Baum. Sie blickt hoch und wirft die beiden Enden des Stoffes über den Ast und verknotet diese sorgsam. Dann setzt sie sich in die Schaukel aus festen Leinenstoff und den bunten Schleifen die sie aus einem der alten Kleider gefertigt hat. Verstohlen schaut sie um sich und setzt sich dann mit einem seufzen in die Schaukel. Schaukeln ist so schön, so frei.Einzelne Tränen des Glücks rinnen ihr dabei von der Wange während sie schaukelt und Niphri liebevoll streichelt. Dann schreibt sie weiter*

Nun dürfte es auch jeden Tag so weit sein, ich hoffe er antwortet auch wirklich auf den Brief.

Endlich schaukeln, es fühlt sich so leicht an. Ich könnte Stundenlang hier bleiben. Niphri scheint es langsam aber sicher besser zu gehen. Sie scheint gefallen an den Hühnchenstücken zu finden. Sie ist so lieb. Ich hoffe das sie diesen Warim nicht. Wenn sie ihn bittet einen Käfig zu machen dann kommt es sicher raus und ich muss Niphri wieder hergeben. Ich will aber nicht, sie soll bleiben. Wird schon niemand sonst mitbekommen.

Nun hab ich viel vor mir: Ich soll Cenedor  das tanzen beibringen. Ich weiß noch nicht recht ob das gut ist. Er erscheint so wechselhaft. Ich hatte nach dem er die Strafe empfangen hatte so sehr Mitleid mit ihm. Zeigen durfte ich ihm das nicht. Ich glaube ich hätte ihn damit sehr beschämt. Am liebsten hätte ich ihm etwas gesagt. Er war so tapfer. Ein guter Soldat, ein guter Mann. Immer wenn ich ansetzte etwas zu sagen kam jemand dazu und ich musste wieder schweigen. Ich verstehe den Fürsten nicht. Warum hat er das getan. Er hatte sicher seine Gründe und es geschah sicher auch wie immer zum Schutz der Familie, aber ich sehe auch wie sehr er sich selbst damit Schmerz zugefügt hat. Vorhin war es aber so anders, er starrte Fräulein Meroun an. Was hat er sich nur dabei gedacht? Dabei ist er doch sonst nicht so. Es stimmt mich traurig, ich dachte schon  ich wüsste wie er ist und dann tut er so etwas. Dabei ist er doch eigentlich so ein feiner Kerl oder täusche ich mich so sehr in ihm. Dann wieder lies er mich sein Pferd streicheln, ein sehr schönes Tier, vielleicht drückt es seine zweite Seite aus?.

Lady Bryanne Aldorn und der Fürst. Sie scheinen wie Feuer und Wasser, immer scheint eine Art Spannung zwischen den beiden zu herrschen. Sie Respektieren sich weil sie wohl wissen das der eine dem anderen überlegen ist auf seine Art. Ich weiß noch nicht recht wie ich damit umgehen soll. Habe heute versucht die beiden zu trennen als wieder so eine eigenartige Situation war aber was dann geschah war befremdlich. Der Fürst reagierte fast ein geschnappt. Ich wusste gar nicht was tun. Ein gutes hatte es ja. Lady Bryanne sprach mit mir, sie hatte das gleiche Problem wie ich nur von einer anderen Seite aus. Können wir etwas anderes sein als wir sind? Ich glaube immer mehr das wir das nicht können. Jedenfalls nicht auf Dauer und nie vollkommen. 

Die Fürstin. Ich werde sehen wie sie ist. Sie wirkt so besonnen, so reif. Vielleicht ist sie wirklich so, vielleicht hat sie aber auch eine zweite Seite. Ich glaube ich mag sie. Jedenfalls war sie freundlich zu mir bisher. 

Fräulein Meroun. Sie wirkt sehr unbekümmert. Sie ist sich wohl nicht bewusst das sie auch eine gewisse Verantwortung trägt. Sie ist die Schwester eine Lady. Die Schwägerin eines Ritters. Nicht irgend eines Ritters, vielmehr des ersten Ritters des Hauses. Ich hoffe sie wird nicht unsanft fallen wenn sie dieses das erste mal zu spüren bekommt, sie scheint wirklich nett zu sein. 

Sir Giselher Aldorn, erster Ritter des Hauses. Ich glaube er ist einfach aufopferungsvoll. Er erscheint zumeist so erhaben, über allem zu stehen. Zusammen mit dem Fürsten. Es scheint zu passen. Sie bilden ein Gespann. Alle vier zusammen. Der Fürst und seine Gemahlin wie der Sir und die Lady. Scheint der eine unruhig zu sein wirken die anderen auf ihn ein. Ich glaube sie wissen gar nicht wie gut sie sich alle ergänzen. Ich werde stolz sein in so ein Haus gebunden zu werden. 

Gebunden zu werden, ich habe Angst wenn der Fürst auf den Gedanken kommt mich verheiraten zu wollen. So bindet er einfach eine weitere Rangkrone an sich. Ich will das nicht aber wenn er mein Munt wird dann muss ich jede Entscheidung die er triff hinnehmen. Ich werde froh sein wenn mich der Mann dem er mich zuteilt mich einigermaßen gut behandeln. Entstellt wie ich bin wird nicht mehr erwarten zu sein, dass ich mehr zu erhoffen habe.

 Heridan versteht das nicht. Ich musste ihm auch den unterschied zwischen eine Sitten und einer Standesehe aufzeigen. Er hat meinen Rücken gesehen und meint das sei nicht wichtig. Es wird es aber sein, kein Mann wird angesichts meines entstellten Körpers je Gefallen finden. Niemals. 

Die beiden Frauen von der Schiffsbesatzung  muten auch eigenartig an. Frau Kapitän scheint wenn man sie alleine antrifft sehr nett zu sein. Wenn die andere dabei ist dann plötzlich nicht mehr. Vielleicht hat sie Angst das sie die Autorität verliert. Die andere ist einfach nur gemein. Ständig macht sie sich über mich lustig.

Dann ist da noch die Stallmagd. Ich glaube sie ist einsam, ich hoffe ich habe sie nicht beleidigt. Sie scheint ansonsten wirklich nett zu sein. Muss sie ja auch, irgendwie beneide ich sie das sie den ganzen Tag bei den Pferden sein darf.

Es gibt ansonsten noch einen Graf. Erheiratet der Titel aber vorhin zeigte er mir das er durchaus dem gerecht werden kann. Ich habe ihn gestern ziemlich angezickt und das weil Heridan mich so verletzt hat.
Ich hoffe er hat meine Entschuldigung wirklich angenommen, es tut mir ja auch wirklich Leid. Ich hoffe es wird besser jetzt wo ich die Gelegenheit habe beiden Erwartungshaltungen gerecht zu werden.

Gwaethil, er ist ein Elb. 

 Zu dem soll es noch die Gräfin und eine weitere Baronesse geben. Werde ich mich wohl mal vorstellen gehen müssen. Ich hoffe sie sind nett. Wenn ich es richtig verstanden habe ist die Gräfin die Gemahlin des oben geschriebenen Grafen und die Baronesse die Verlobte des Freiherrn Tharlegond Elteror. Ich weiß gar nicht mehr was ich von ihm halten soll. Zu Anfang war er so nett und freundlich. Seit er weiß wer ich bin ist er so gemein. Dabei hab ich ihm doch gar nichts getan. 

Nephilem Flusswieser. Die Frau von Heridan. Ich beneide sie um Heridan und doch hab ich mich gefreut. Sie passen so gut zusammen. So sehr das wenn man den einen mag den anderen einfach auch mögen muss. Ein eigenartiges Gefühl. Auf der einen Seite bin ich ein wenig neidisch und eifersüchtig das sie Heridan an ihrer Seite hat auf der anderen Seite mochte ich sie direkt das ich den beiden alles erdenklich gutes wünsche. Wie schön sie harmonieren. 

Verliebte und Verrückte
Sind beide von so brausendem Gehirn,
So bildungsreicher Phantasie, die wahrnimmt,
Was nie die kühlere Vernunft begreift! 

und doch fühle ich mich so sicher in seiner Nähe, so geborgen.

Die anderen hab ich noch nicht ausreichend kennen gelernt. Ich werde meine Gedanken hier festhalten wenn ich sie schon mit niemanden teilen darf. So bist du mein Tagebuch meine Vertraute. Meine Schaukel das was mich trägt und Niphri das was mir halt gibt.  Der Eid wird mein Bund sein der alles zusammen hält. Folgen mit Zweifel ohne Zweifel zu folgen. Er wird ein guter Eidnehmer sein wie er seiner Familie ein guter Vater ist.
Er hat ein Baumhaus gebaut. Es sah fast schon komisch aus als er auf dieses hochgeklettert ist wenn er nicht der Fürst wäre. 

*seufzend erhebt sie sich, Niphri hatte sich bereits schlafend in ihrem Schoss zusammengerollt. Vorsichtig nimmt sie Niphri und legt sie in ihre Tasche. Die Schaukel knotet sie wieder ab und huscht dann wieder ins Haus. Alles versteckend. Niphri in ihre Holzschachtel, die Schaukel unter das Bett und das Buch unter das Bücherregal neben ihrem Bett. Erschöpft legt sie sich ins Bett nachdem sie von den Tropfen von Heridan genommen hat. Alsbald schläft sie einen traumlosen Schlaf*

  1. Cwenwesc sagt:

    Das dicke Zitat ist im übrigen von William Shakespeare aus: Ein Sommernachtstraum.

  2. Heridan sagt:

    Du hast Heridan falsch geschrieben und die Hauptseite kaputt gemacht! *motz*

  3. Cinlir Winthallan sagt:

    Ich hab ein Baumhaus gebaut! 😀

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