Falkenschrei

Kashin Daedeloth
12. Dezember 2008 • Kommentare: 5

Es war wieder einer dieser Tage… Man steht auf und weiß ganz genau: Heute wird das nichts. Bleib liegen. Es hat keinen Sinn. Und was tut man? Richtig. Man steht auf. Nichts wollte mir so richtig gelingen… der Braten ist verbrannt, beim Aufräumen hab ich eine Vase zertrümmert und Kahiil raubte mir mit seinem Geplärr den letzten Nerv… und wonach plärrte er? Richtig… Nach Mama. Tjaha, nur leider ist die nicht da… und ich hab keine verdammte Ahnung wann sie wiederkommt. Oder ob sie überhaupt wiederkommt…

Ich war heilfroh, dass Djaiir sich dazu durchgerungen hat mal eine Weile auf den Kleinen aufzupassen, damit ich ein wenig Ruhe habe… und nachdenken kann. Ich ging also nach draussen und lehnte mich an einen der Bäume im Garten, schloss die Augen und ließ die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren. Irgendwann muss ich wohl eingeschlafen sein…

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Um mich herum war es dunkel und mein Kopf schmerzte höllisch. Meine Hände krallten sich in den kalten, lehmigen Boden, als ich mich aufrappelte. Ich nahm diesen ätzenden, süßlichen Geruch von Verwesung wahr… und es war wirklich höllisch kalt. Weit vor mir konnte ich das Flackern einiger Fackeln erkennen… Nachdem das aber auch das einzige war, blieb mir nichts anderes übrig als darauf zuzugehen. Mit jedem Schritt, den ich mich näherte schien es ein Stückchen kälter zu werden. Ich konnte leise, gequälte Schreie vernehmen… so als wären sie zwar meilenweit entfernt, aber doch ganz nah. Das Pochen in meinem Kopf wurde stärker und meine Schritte immer langsamer…

Hinter mir! Meine Hand schnellte zum Schwertgriff und schon in der Drehung zog ich Ruthgrist aus der Scheide. Es traf. Aber was es traf… war grausam. Meine Augen weiteten sich, als ich erkennen musste, dass ich soeben den Kopf der Person spaltete, die mir am meisten bedeutete. Ives Augen waren leer, ihre Haut blass… blasser als sonst, zumindest. Sie sah mich an… es schien sie nicht einmal sonderlich zu stören, dass mein Schwert mitten in ihrem Kopf steckte. Ich schrie auf und sprang einen Schritt zurück, sank auf die Knie und starrte sie ungläubig an. Ich wollte etwas sagen, aber ich konnte es nicht.

Sie schloss die Augen… wieder die Schreie im Hintergrund. Ihre Haut begann an einigen Stellen rot zu glühen… und fing dann Feuer. Es verzehrte sie, so lange bis nurnoch das Skelett übrig war…

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Mit einem lauten Schrei erwachte ich aus diesem Traum. Mein Herz raste und mein Atem ging schnell. Ich vergrub das Gesicht in meinen Händen und versuchte zur Ruhe zu kommen. Es dauerte eine Weile… aber schließlich atmete ich durch und öffnete die Augen… nur um mich entsetzt umzusehen. Denn was ich sah war nichts. Und zwar nicht, weil es sonderlich dunkel war, sondern weil Nebel aufgezogen war… und weil ich mich nicht dort befand, wo ich mich eigentlich befinden sollte… Tatsächlich stand ich nämlich inmitten der Hügelgräberhöhen. Fast unwillkürlich tastete ich nach dem Heft meines Schwertes… aber Ruthgrist war nicht da. Ich schloss die Augen und sog scharf die Luft ein. Innerlich zwang ich mich zur Ruhe und zählte langsam bis zehn, dann öffnete ich die Augen und drehte mich langsam um.

Irgendwie hatte ich es ja erwartet… aber das minderte das Gefühl nicht wirklich. Vor mir auf dem Boden lag der reglose Körper eines Grabunholdes. Mit gespaltenem Schädel… und Ruthgrist steckte noch darin.

„Ive….Hilf mir….“

Von irgendwoher konnte ich einen Falken schreien hören.

  1. Liniath sagt:

    harrrrr 😀 sehr geil geschrieben, wirklich, sehr,.. sehr genial – bekomm ich mehr zulesen? 😀

  2. Kashin Daedeloth sagt:

    Jau, schon. Und vor allem mehr zu bespielen ^^

  3. Alrich sagt:

    Grippe und solche Träume, wo ist eigemtlich unsere Medica? Die hätte mal gut zutun 🙂

  4. Mewen sagt:

    Waah Kash 😀 gruselig aber toll

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