Familie

Britha Meroun
8. Juli 2010 • Kommentare: 7

Endlich bin ich im Breeland angekommen. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Krieg hier noch nicht angekommen ist. Dafür aber Klingen. Nicht alle heißen noch Meroun und einige stehen unter dem Eid des Hauses Winthallan. Das wichtigste aber ist und bleibt: ich habe wieder das Gefühl zuhause zu sein.

Der Weg von Gondor aus war für meine Begriffe entschieden zu lang – entschieden zu einsam. Hätte mir das jemand vor drei oder vier Jahren gesagt, ich hätte ihn ausgelacht. Ich und eine Klinge! Fähig das zu tun, was so viele meiner Geschwister so lange erfolgreich taten. Bis zu diesen einem, schicksalshaften Tag.

Aber was hilft es schon zurückzublicken. Das Fuchs und Stute ist nicht mehr, was es mehr war und ich bin gaz sicher auch nicht mehr die, die ich mal war. Naja, fast nicht mehr, das muss ich zugeben. Es war so schön, endlich wieder Bryanne zu treffen! Wir hatten von so vielen nichts mehr gehört und ich wusste nur, dass meine Schwester nun im Breeland ist. Sie hat sich eigentlich kaum verändert. Also sie hat sich schon verändert, ist jetzt eine Lady und solche Dinge, aber sie wirkt immer noch so fröhlich und glücklich. Ich glaube, nichts kann sie erschüttern. Und außerdem hat sie geheiratet! Lady Bryanne Aldorn, wirklich kaum zu fassen.

Ihr Mann wirkt erstmal ziemlich freundlich. Er grinst ständig, wenn er in Bryannes Nähe ist und scheint sie ehrlich zu lieben. Zuerst dachte ich, dass es schon erstaunlich ist, dass so Mann nicht irgendeine Dame von Stand oder so heiratet. Bry hat mir allerdings erklärt, dass ihr Mann ursprünglich von einem Bauernhof  in der Nähe stannt. Giselher ist wohl sowas wie der engste Freund des Herzogs und außerdem dessen Ritter und Seneschall. Ach ja, Stadtrat ist er auch noch. Ein Türschild für die Aldorns zu malen dürfte jedenfalls ganz schön Zeit in Anspruch nehmen.  Nimmt man es genau, gehört aber auch dieser Herr nun zu meiner Familie.

Sein Nachbar ist übrigens Medicus. Bryanne ist mit Heridan Flusswieser befreundet, Giselher schaut jedesmal misstrauisch zum Haus der Flusswiesers, wenn er den Weg entlang kommt. Anfangs hat mich das gewundert. Inzwischen denke ich aber, dem Seneschall ist ähnliches wiederfahren wie mir. Eigentlich ist es nicht mir wiederfahren, sondern eher dem Medicus: Ich war gerade im Haus von Bryanne (ihr altes am See. Typisch, sie hat die Wände lila angestrichen) als ich einen lauten Knall hörte. Ich bin hastig losgerannt, Meine Uniform gerade noch so überwerdend. Als ich ankam, entdeckte ich Heridan Flusswieser vor einem verkohlten Stück Rasen und ihn selber mit angesengter Robe. Der Mann hat Nerven! Aber seinen Sätzen nach zu urteilen, muss er das wohl auch haben. Seine erste Bitte an mich war, ihn nicht umzubringen, wenn möglich. Als ob ich das vorgehabt hätte. Sah aber doch schon seltsam aus, als der Mann mir anschließend in aller Ruhe erklärte, was genau bei seinem Experiment da schief gegangen war. Eines steht fest, im Haushalt des Herzogs wird es so schnell nicht langweilig.

Der Herzog selber ist ziemlich streng und ich glaube ich Sachen Wachdienst versteht er keinen Spaß. Ich musste ihm einen Eid leisten und anschließend gleich den Dienst beginnen. Er hat mich zweimal wederholen lassen, was ich sagen muss, wenn ich ihm jemanden melde. Die Anrede des Herzogs ist sogar noch länger als die meines Schwagers. Überhaupt laufen hier eine ganze Menge wichtiger und adliger Leute rum. Ich habe zwei Offiziere, die auch beide einen Titel haben.

Zum einen wäre da der Leutnant Freiherr Tharlegond Elteror. Viel weiß ich nicht über ihn, außer, dass er sich um die Dienstpläne kümmert und wohl öfter mal in die Stadt muss, weil er dort für den Seneschall und den Herzog irgendwelche Informationen zusammenträgt. Dann wäre da noch der Hauptmann Graf Elmion Valdoran. Ich glaube in Sachen Wachdienst ist auch mit ihm nicht zu scherzen. Jedenfalls achtet er darauf, dass man die Uniform korrekt trägt und vernünftig grüßt. Zum Glück habe ich beides inzwischen halbwegs gelernt. Anstrengend ist nur das ewige Stehen vor irgendwelchen Türen.

Wenigstens stehe ich da nicht immer alleine. Ich hatte nun schon ein paar Mal Dienst mit Cenedor Faeryllian. Bryanne hat mich vor ihm gewarnt. Sie sagte, dass man ihm nicht trauen kann. Ich kann das ehrlich gesagt garnicht so sehen. Während des Dienstes ist das deutlichste, was ich an Emotionen an ihn entdecken konnte, ein Zucken der Mundwinkel gewesen. Außerhalb des Dienstes ist er eigentlich ein freundlicher Mann, der gerne lacht und gerne Unschuldige mit zu Tanzkursen zwingt.

Dabei wollte ich nur helfen! Cenedor kam zu mir und wollte wissen, wer einem etwas über Tänze beibringen könnte. Also so richtige, die man bei Hofe tanzt. Ich kann sowas nicht, jedenfalls glaube ich nicht, dass der Freiherr und die Baroness (also Frau Ellena, seit neustem gibt es nämlich zwei). wollen, dass ihre Gäste Trinklieder singen und fröhlich auf den Tischen tanzen. Also habe ich vorgeschlagen, dass er die Herzogin fragt, die war zufällig gerade im Haupthaus. Er meinte dann, als einfacher Soldat könne er das nicht fragen. So ein Unsinn. Fragen kostet ja nichts! Also habe ich das übernommen. Frau Sybell Winthallan wirkte weder überrascht noch wütend. Sie hat dafür gesorgt, dass eine ihrer Damen (die andere Baroness), nämlich Frau Cwenwesc das übernimmt. Und nun habe ich den Salat. Cenedor und ich sollen gemeinsam tanzen lernen. Jedenfalls behauptet das nun Cenedor. Ich werde ihn mal besser nicht hängen lassen, aber vielleicht sollte ich ihm auf die Füße treten, so als Rache.

  1. Cinlir Winthallan sagt:

    Ich klau mal bei RTL: Willkommen Zuhause! 😉

  2. Damares sagt:

    Heißt das nicht: Willkommen im Glück? 😀

  3. Giselher Aldorn sagt:

    … nicht eher Zuhause im Glück? 😀

  4. Damares sagt:

    Ouh, verdammt! Aber passt doch alles drei *tüdellü* *flöt*

  5. Heridan sagt:

    NIEMANDEM wird langweilig wenn ein geisteskranker Alchemist in der Nähe ist! 😀

  6. Ardeyn sagt:

    Was heißt hier Rache, huh?! Er will doch nur ihren (Tanz)Horizont erweitern! 😀

  7. Elmion sagt:

    Und der Herr Hauptmann wird weiter aufpassen ob man auch richtig angezogen ist! 😀

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